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Medienecken

Medienecken für die individuelle Förderung unserer Schülerinnen und Schüler
(Auszug aus unserem Medienkonzept)

Bereits zu Beginn des Aufbaus unseres Netzwerkes stellten wir uns die Frage nach dem Ort der Bereitstellung der benötigten Hardware (PC, Drucker, Peripherie, Internet-Zugang). Zwei Möglichkeiten boten sich grundsätzlich an:

  • die Ausstattung aller Klassenräume mit 3 – 4 Computern oder
  • die Einrichtung von PC-Fachräumen mit einer der normalen Klassenstärke entsprechenden Anzahl von Computern
  • Aus pädagogischen Gründen und unter Berücksichtigung der spezifischen Anforderungen unserer SchülerInnen haben wir uns grundsätzlich für die Einrichtung von Medienecken in den Klassen entschieden, denn nur hier können die Schüler den PC als selbstverständliches Werkzeug in allen Unterrichtsfächern und -situationen nutzen und nur hier können die für unsere Schule wichtigen sonderpädagogischen Förderinstrumente unmittelbar und sinnvoll eingesetzt werden. Außerdem wäre bei den begrenzten räumlichen Ressourcen unserer Schule eine Nutzung von 1 oder gar 2 Räumen als PC-Labors, die ja als Unterrichtsraum weggenommen werden müssten, nicht realisierbar. Wir befinden uns daher in voller Übereinstimmung mit der Feststellung: "Die Suche nach Lernorten zur Annäherung an dss Lernziel Medienkompetenz führt weg vom traditionellen Computerraum"
  • In der Gutenbergschule haben Funktionsecken im Klassenraum bereits eine langjährige pädagogische Tradition. Es gibt in den einzelnen Klassenräumen Schreibecken, Malecken, Spielecken und Leseecken.

    Eine Medienecke in dem oben genannten Sinne fasst die meisten dieser Funktionszonen zusammen und integriert alte und neue Medien zu einem gemeinsamen Ganzen. So stehen Computer, Drucker, Scanner, CD-ROMs und Lautsprecher im Idealfall gleichberechtigt neben Sachbüchern, Nachschlagewerken, Arbeitskarten, Experimentier- und Bastelmaterialien und anderen Medien. Neue und alte Medien schaffen somit eine Arbeits- und Lernumgebung, die das eigenständige Lernen, und für unsere SchülerInnen besonders wichtig, ein selbstgesteuertes Lerntempo der SchülerInnen ermöglicht. Durch die Aufstellung der Computer ist eine Arbeit in Medienecken sowohl in Einzel-, Partner- und Gruppenarbeit möglich und dadurch gleichfalls ein Werkzeug im Unterricht neben anderen, bewährten Werkzeugen.

     

    Der PC soll nach unserem Konzept in unmittelbarem unterrichtlichen Zusammenhang eingesetzt werden. Ein weiterer Vorteil ist, dass der PC ständig in den bei uns standardmäßig angewendeten offenen Unterrichtsformen verwendet werden kann und LehrerInnen und SchülerInnen nicht auf die planmäßig vorgesehene Nutzung eines PC-Labors angewiesen sind. Die SchülerInnen können bei einer entsprechenden Ausstattung ihrer Klassen in ihrer authentischen Lernumgebung handlungsorientiert und selbstständig arbeiten, es wird in den Medienecken die jederzeitige und situationsbezogene Nutzung des Computers für individuelle, selbstgesteuerte Lernprozesse ermöglicht. Medienecken folgen demnach dem Konzept eines binnendifferenzierten Unterrichtes mit offenen Arbeitformen, wie Stationen lernen, Einzelförderung, Differenzierung, Wochenplanarbeit in Freiarbeitsphasen und  projektorientierte Gruppenarbeit.

    Die Qualität der technischen Ausstattung von Medienecken ist ausschlaggebend für die pädagogischen Möglichkeiten, die sich durch die Nutzung der modernen Medien in den Klassenräumen ergeben. Zu einem pädagogischen Konzept gehören darüber hinaus aber noch andere Merkmale, die wir als Zielvorgaben verstehen:

    • Mindestausstattung sollte ein multimediafähiger Computer sein, d.h. ausgestattet mit CD-ROM-Laufwerk, Soundkarte, Lautsprechern bzw. Kopfhörer und einem Internetzugang
    • Unabdingbar ist ein einheitliches Betriebssystem, eine einheitliche Bedienoberfläche, damit die Bedienung und Wartung der Geräte überschaubar bleibt
    • Von großer Bedeutung ist ein hardware- oder software-basierendes Sicherungssystem, um Schäden bei versehentlichen oder absichtlichen Fehlbedienungen so gering wie möglich zu halten (sogenannte Wächter-Karten)
    • Die Computer sollten mit genügend Abstand zueinander aufgestellt werden, so dass auch genügend Platz für Arbeitsgruppen von 2-3 SchülerInnen vorhanden ist
    • Wenn es die räumliche Situation erlaubt, sollten SchülerInnen am Rechner möglichst nicht zur Wand oder mit dem Rücken zur Lerngruppe sitzen, sondern Blickkontakt zur Lerngruppe halten können.
    • Die Bildschirme werden möglichst abgesenkt, so dass die SchülerInnen über sie hinwegschauen und am Klassengeschehen teilnehmen können.
    • Die Tischfläche sollte bis auf die Tastatur frei bleiben. Dazu lässt sich der Monitor auf einen niedrigeren Tisch hinter die Arbeitsfläche stellen. Langfristig ist auch der Kauf bzw. die Anfertigung eines entsprechenden Tisches anzuraten.
    • Scanner und Drucker sind eine wertvolle Zusatzausstattung, um Fotos, Bilder und Texte in Dateien einzufügen bzw. auf Papier auszugeben. 
  • Erfahrungsgemäß üben die PCs der Medienecken auf die SchülerInnen einen großen Reiz aus. In Lernzirkeln ist die Station, an der Arbeitsaufgaben am Computer erledigt werden können, oft die beliebteste.

    Die zwangsläufig beschränkte persönliche Nutzungsdauer der Computer kann im Einzelfall zum Streitpunkt unter den SchülerInnen führen. Um eine möglichst große Transparenz zu gewährleisten und einer ungerechten Bevorteilung vorzubeugen, sind einige Regeln für die Arbeit in Medienecken aufgestellt worden:

    • Eine Liste mit den Namen fester Arbeitsgruppen wird an die PCs gehängt
    • Die SchülerInnen einer längerfristig bestehenden Arbeitsgruppe stimmen ihre gruppeninterne PC-Arbeit möglichst selbstständig ab
    • Eine Nutzungsreihenfolge wird unter den Arbeitsgruppen festgelegt
    • Die Nutzungszeiten der Arbeitsgruppen werden pro Tag oder pro Woche festgelegt
    • In eine weitere Liste wird die tatsächlich genutzte Rechnerzeit jeder Gruppe eingetragen.

    Wie bereits eingangs formuliert stellen Medienecken in den Klassen die Grundlage für unser pädagogisches Konzept dar. Bei der bisherigen Umsetzung des Medienkonzeptes in konkrete Ausstattungsformen zeigt sich aber, dass gewisse Schwierigkeiten entstehen können. Es sind hierbei zu nennen:

    • Zur Zeit variiert noch die Ausstattung der Klassen mit Computern.
      Die Mindestzahl liegt bei einem Schüler-PC, während die Maxi- malausstattung vier Schüler-PCs und einen Lehrer-PC umfasst.
      Auch sind noch nicht alle Geräte multimediafähig. Die Oberstufen sind im allgemeinen besser ausgestattet.
    • Wenige Klassen verfügen bisher über Drucker, Scanner, Kopfhörer bzw. Lautsprecher.
    • Das Netzwerk läuft z.Zt. noch über ein sehr langes Kabel, das deshalb sehr störanfällig ist.
    • Zur Zeit sind die Medienecken überwiegend nur intern miteinander verbunden,  da für den vollen Internet-Zugang noch weitere technische Voraussetzungen geschaffen werden müssen.
    • Die elektrischen Leitungen, aber auch die FI-Schalter und Schütze sind veraltet. Sie werden durch den hohen Gesamt-Energieverbrauch der Rechner, Monitore und Drucker überlastet. Die Rechner stürzen dann unkontrolliert ab, wodurch Schäden  entstehen können. Eine Verstärkung der elektrischen Versorgung wurde beim Schulträger beantragt.
    • Es fehlen spezielle ergonomische Arbeitsplätze. Z.Zt. können nur behelfsmäßig umgebaute ehemalige Schülertische eingesetzt werden, die jedoch in der Regel zu klein sind.
  • Trotz dieser Einschränkungen funktionieren die Medienecken bereits in den meisten Klassen und werden von den SchülerInnen stark frequentiert. In einigen Klassen gibt es Stundenpläne für Computer, wann und wie lange die SchülerInnen an welchen Programmen gearbeitet haben.
  • Mit zunehmender Verbesserung der Hard- und Softwareausstattung in der nächsten Zeit wird das Lernen an Computern in den Medienecken der einzelnen Klassen immer mehr zur Selbstverständlichkeit.

    Folgende Lernprogramme, für die eine Schullizenz erworben wurde, sind zur Zeit (August 2002) auf den Rechnern installiert und werden für die individuelle Lernförderung eingesetzt:

    • Uniwort, Diktat, Wahrnehmung (E. Träger-Verlag, )
    • Lernwerkstatt Grundschule, Lückendiktat-Trainer (Medienwerkstatt Mühlacker)
    • Üb!fix, Denk!fix, Math!fix (Cluesoft-Verlag, Ettlingen)
    • Cesar schreiben 1.0 (Cesar-Verlag, Heidelberg)
    • Training induktiver Strategien, Training kognitiven Denkens (Pädagogische Fachhochschule Fribourg / Schweiz)
    • Supereule, Adlerauge (als Förderdiagnostikprogramme des Hunziker-Verlags, Zürich)

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