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Baustein "Berufswahlvorbereitung" als Erleichterung des Übergangs
von der Schule in Ausbildung und Beruf
Vorbemerkungen
Die Gutenbergschule erleichtert mit gezielten schulische Maßnahmen und besonders durch Kooperationen mit verschiedenen
Partnern den Übergang von der Schule in die Arbeitswelt.
Der Weg von der Schule in den Beruf und damit in existenzsichernde Tätigkeiten hat für unsere Schüler einen hohen
Stellenwert. Ein Training auf die Anforderungen der Arbeitswelt oder eine sich anschließende solide Berufsausbildung ist die Grundlage für eine langfristige Existenzsicherung und einer eigenständigen
Lebensführung ohne die Abhängigkeiten des sozialen Netzes. Diese Abhängigkeiten mit all ihren negativen Implikationen haben viele unserer Jugendlichen durch ihre familiäre Sozialisation in den vergangenen Jahren
kennen gelernt. Gerade sie, die vom Elternhaus und von ihrem sozialen Umfeld kaum eine Unterstützung erwarten können, bedürfen der intensiven Hilfe im Rahmen des langfristigen Konzeptes der Berufswahlvorbereitung.
Schwierigkeiten beim Übergang in Beruf und Ausbildung
Theoretisch stehen unseren SchülerInnen, wenn auch manchmal mit gewissen Einschränkungen, alle Berufswege und
Bildungsmöglichkeiten offen, die auch von den Jugendlichen anderer Schulen gewählt werden können. In den meisten Fällen werden sie aufgrund ihrer schulischen Vorraussetzungen und ihrer intellektuellen und
sozialen Leistungsfähigkeit in berufsvorbereitende Maßnahmen vermittelt. Einigen unserer SchülerInnen gelingt es aber immer wieder, aufgrund ihrer persönlichen Lernvoraussetzungen und aufgrund
überdurchschnittlichen Leistungsbewusstseins einen Ausbildungsplatz zu erhalten.
Es hat sich in den vergangenen Jahren gezeigt, dass die manche SchülerInnen bei einer betrieblichen Tätigkeit oder sogar
Ausbildung durchaus bei den praxisnahen Ausbildungselementen mit den anderen Auszubildenden mithalten können. Schwierigkeiten gab es jedoch besonders bei den theoretischen Ausbildungsinhalten, die sich in der
Berufsschule bemerkbar machen.
Erschwerende Faktoren für einen problemlosen Übergang in eine Berufsausbildung
Die für unsere SchülerInnen beeinträchtigende Faktoren sind wie folgt zu benennen:
- die hohen Klassenstärken mit bis zu 30 SchülerInnen
- die Klassenzusammensetzung im Berufskolleg mit Haupt- und RealschülerInnen
- die hohen abstrakten Anforderungen in den einzelnen Fächern
- der enorme Umfang des Lernstoffes sowohl in den allgemeinbildenden wie in den fachbezogenen Fächern
- das hohe Lerntempo im Klassenverband eines Berufskollegs
- die wesentlichen höheren Leistungsanforderungen, die an Anforderungen der Handwerks- und Industriebetriebe orientiert sind
- die real vorhandenen bzw. an den Anforderungen zu messenden Lern- und Stoffdefizite unserer SchülerInnen
- und letztlich auch die Stigmatisierung als "behinderte" SchülerInnen, welche sich einstellt.
Notwendigkeit einer intensiven Unterstützung im Berufsfindungsprozess unserer SchülerInnen
Diese Schwierigkeiten bedeuten aber nicht, dass unsere SchülerInnen zwangsläufig in eine berufliche Sackgasse geraten oder
gar ihre Ausbildung abbrechen müssen. Im Hinblick auf die zu erwartenden Schwierigkeiten gilt es nämlich, unsere SchülerInnen bereits im Vorfeld der beruflichen Laufbahn, sei es für eine berufsvorbereitende
Maßnahme, für eine Ausbildung oder für einen Arbeitsplatz, auf diese Problematik vorzubereiten.
Dies bedarf gezielter Aufklärungs-, Informations- und Trainingaktivitäten für unsere SchülerInnen während der Schulzeit,
vor allem während des letzten Schuljahres, aber auch ein eng geflochtenes Netz von Hilfsangeboten nach der Schulentlassung. Genauso ist es wichtig, mit einer gezielten Elternarbeit auf diese zu erwartenden
Schwierigkeiten hinzuweisen und die Eltern entsprechend vorzubereiten, so dass sie ihren Kindern in solchen problematischen Situationen mehr Verständnis entgegenbringen können.
Gerade die Elternarbeit und die Vorbereitung für die SchülerInnen gilt es rechtzeitig zu knüpfen durch eine enge
Zusammenarbeit mit den BerufsberaterInnen, dem psychologischen Dienst des Arbeitsamtes, aber auch mit den MitarbeiterInnen der Maßnahmeträger für die berufsvorbereitenden Lehrgänge z.B. der
Kreishandwerkerschaft, der Jugendwerkstatt und der Berufsbildungswerke, die alle zusammen den überwiegenden Anteil unserer EntlassschülerInnen aufnehmen.
Wenn unsere SchülerInnen sowohl im Vorfeld der Maßnahmen intensiv die Einrichtungen und deren Anforderungen kennen lernen,
die Tätigkeiten in den gewünschten oder gewählten Berufsfelder durch Praktikumswochen oder Tagespraktika besser einschätzen können und durch Kontakte seitens der Gutenbergschule auch nach ihrer Schulentlassung
ein zusätzliches Hilfesystem in Anspruch nehmen können, steigen ihre Chancen, die Vorbereitungs- oder Ausbildungsphase auch durchzustehen und zu beenden.
Vorteile von betreuenden Maßnahmen
Grundsätzlich hat eine Maßnahme in einem betreuten Verhältnis, wie es z.B. die Berufsbildungswerke vorhalten, aber auch
zum Teil Einrichtungen wie die Jugendwerkstatt anbieten, für unsere SchülerInnen entscheidende Vorteile:
- im Umfang mit (lern)behinderten SchülerInnen erfahrene MeisterInnen können die Jugendlichen in Kleingruppen ausbilden und anlernen,
- SozialpädagogInnen und LehrerInnen betreuen die SchülerInnen auch nach der Berufsschul- und Ausbildungszeit
- alle TeilnehmerInnen können an einem kostenlosen Stütz- und Nachhilfeunterricht teilnehmen
- zur Erreichung des Prüfungszieles gibt es spezielle Hilfesystemedurch persönliche Kontakte zu anderen Jugendlichen lassen sich Tiefs besser
bewältigen.
Der wesentlich höhere Erfolg dieses beruflichen Ausbildungsweges gegenüber sonstigen weniger betreuten Maßnahmen lässt
die Vermutung zu, dass ein entsprechendes Hilfesystem auch außerhalb der Berufsbildungswerke (Christliches Jugenddorf in Frechen oder Wissen) sinnvoll ist und in Ansätzen angeboten werden müsste. Hier wäre z.B.
innerhalb der Region von Sankt Augustin ein Netz von unterstützenden und begleitenden Maßnahmen einzurichten, auf das die SchülerInnen in dieser Phase der Eingliederung zurückgreifen können.
Das Unterstützungssystem muss rechtzeitig beginnen
Die Gutenbergschule versucht durch enge Kontakte während des ganzen Schuljahres mit den ortsansässigen
Ausbildungsbetrieben, die ja auch Praktikumsstellen anbieten, und den Maßnahmeträgern auf die besondere nachschulische Situation einzugehen, um so die Erfolgschancen unserer AbschlussschülerInnen zu vergrößern.
Die Wahl des Berufes oder des Ausbildungsplatzes ist keine Entscheidung, die spontan und unüberlegt getroffen werden kann, sondern eine Wahl, die wohlüberlegt abgewogen werden muss. Sie ist deswegen ein
langfristiger Abwägungs- und Entscheidungsprozess, bei dem unsere SchülerInnen mehr als die meisten anderen Jugendlichen intensiver Unterstützung sowohl von den LehrerInnen der Gutenbergschule als auch von den
MitarbeiterInnen des Arbeitsamtes und der Jugendberufshilfe bedürfen.
Die Berufswahlvorbereitung der Gutenbergschule erfolgt deswegen ausführlich und intensiv über einen längeren Zeitraum durch
- allgemeinen Unterricht vor allem im Bereich der Arbeitslehre
- mehrfache Betriebserkundungen ab dem 8. Schuljahr
- das Schnupperpraktikum im 8. Schuljahr
- die beiden dreiwöchigen Schülerbetriebspraktika in den Klassen 9 und 10
- Tagespraktika in der 10. Klasse
- Rollen- und Planspiele im Bereich der Berufsfindung, der Bewerbung und der persönlichen Vorstellung in einem Betrieb
- Beratung im Berufsinformationszentrum des Arbeitsamtes
- die intensive Einbeziehung der Eltern in den beruflichen Entscheidungsprozess
- die Besichtigungen von überbetrieblichen Einrichtungen
- die berufliche Beratung durch MitarbeiterInnen des Arbeitsamtes und der städtischen Jugendberufshilfe
- die frühzeitige Einbindung des Elternvereins "lernen fördern", der auch noch in der Lehrgangs- oder Ausbildungsphase speziell für
unsere Jugendlichen tätig ist
- mehrere Praxistage und Lehrgänge in den Berufsfeldern Holz, Metall und Hauswirtschaft
Somit ergibt sich ein enges Netz von Stütz- und Hilfestrukturen, welches hilft, vorzeitige Lehrgangs- und
Ausbildungsabbrüche zu vermeiden.
Das vernetzte Unterstützungs- und Hilfesystem unserer Schule
Im Gegensatz zu den SchülerInnen anderer weiterführender Schulen, deren Selbstkompetenz, Leistungsvermögen, Motivation
wesentlich ausgeprägter ist, bedürfen unsere SchülerInnen nach wie vor intensiver Unterstützung in den o.g. Bereichen. Hierzu ist es erforderlich, für die SchülerInnen der Jahrgangsstufen 8, 9 und 10 ein
vernetztes System vorzuhalten, um die Schwellen zur Berufsausbildung und zum Beruf so weit wie möglich abzubauen.
Eine derartig vernetzte Struktur besteht zur Zeit aus folgenden Elementen:
Diese vernetzte Struktur sinnvoll in den letzten drei Schuljahren unserer SchülerInnen zu
koordinieren, ist eine wichtige Aufgabe, welches das Oberstufenteam der Gutenbergschule in den letzten Jahren zu bewältigen hatte.
Welche Wege unseren Jugendlichen nach Abschluss ihrer 10-jährigen Schulpflicht in der
Regel offen stehen, ist in dem folgendem Schaubild dargestellt:
Mögliche Wege der Schülerinnen und Schüler der Gutenbergschule
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